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Von Aufbohren bis Zylinderziehen: 7 Methoden der Schlossmanipulation und wie man sie abwehrt

von | 10. März 2024 | Technologie

In der Welt der Schließtechnik steht Sicherheit an erster Stelle. Doch mit jeder neuen Generation an Schlössern und Zylindern kommen auch neue Tricks auf, um sie zu knacken. Im heutigen Artikel werfen wir einen Blick auf die gängigsten Methoden, denen Schließsysteme zum Opfer fallen und wie man sich am besten dagegen schützt.

Schließsysteme und Schlossmanipulation

Schlossknacken ist eine Kunst und erfordert spezielle Fähigkeiten, Erfahrung und Werkzeuge. Die Techniken variieren von subtilen, weniger zerstörerischen Methoden bis hin zu aggressiveren Ansätzen, die das Schloss physisch zerstören. Manche Methoden erfordern genaue Kenntnisse der Schlossmechanik und verlangen ein hohes Maß an Präzision, andere beruhen auf roher Gewalt. 

Die Wahl der Methode hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Art des Schlosses, die Dringlichkeit der Situation und die Fertigkeiten des Schlossknackers.

Als Reaktion auf fortschrittlichere Schlossdesigns entstehen ständig neue Techniken, um Schlösser ohne ihren Schlüssel zu öffnen. Deshalb entwickeln die Hersteller von Schließsystemen kontinuierlich neue Sicherheitsmerkmale, um ihre Schlösser resistenter zu machen. Dieses Katz-und-Maus-Spiel treibt die Innovation in der Sicherheitstechnik voran und macht Schließsysteme zunehmend komplexer.

Die 7 häufigsten Methoden, Schlösser zu knacken

1. Unautorisierte Nachschlüssel: Impressioning

  • Technik: Impressioning ist eine ausgeklügelte Methode, bei der ein Rohschlüssel verwendet wird, um Abdrücke in einem Schloss zu hinterlassen. Der Abdruck wird dann per Negativabdruck oder 3D-Fotografie kopiert, um einen passenden Schlüssel zu fertigen.
  • Erweiterte Schutzmaßnahmen: Neben patentgeschützten Schlüsselprofilen können auch Schlüssel mit optischen oder magnetischen Kodierungen eingesetzt werden, die schwerer zu kopieren sind. Digitale Schlüssel und Smart Lock-Systeme bieten zusätzlichen Schutz, da sie keine physischen Schlüsselelemente besitzen.

2. Lockpicking: Die Kunst des Schlossknackens

  • Technik: Lockpicking nutzt spezialisierte Werkzeuge, um die Stifte in einem Schloss ohne den Originalschlüssel zu manipulieren. Die Methode erfordert Geschicklichkeit, gute Kenntnisse der Schlossmechanik und viel Übung.
  • Erweiterte Schutzmaßnahmen: Hochsichere Schließzylinder mit komplexen PIN-Konfigurationen und Magnetschlösser, die traditionelle Picking-Methoden ineffektiv machen. Zusätzlich kann die Verwendung von Schlössern mit nicht standardmäßigen Schlüsselwegen das Picking erschweren.

    3. Key Bumping: Ein kurzer Schlag, große Wirkung

    • Technik: Key Bumping verwendet einen speziell präparierten Schlüssel, der in das Schloss eingeführt und dann mit einem Schlag aktiviert wird, um die Stifte kurzzeitig in die richtige Position zu bringen.
    • Erweiterte Schutzmaßnahmen: Neben Anti-Bumping-Zylindern kommen Schlösser mit einzigartigen Stiftanordnungen oder speziellen Bump-Proof-Pins zum Einsatz, die das Bumping erschweren.

    4. Snapping: Gewaltsames Brechen des Zylinders

    • Technik: Beim Snapping wird der Zylinder durch Anwendung von Kraft gebrochen oder einfach mit Gewalt herausgezogen.
    • Erweiterte Schutzmaßnahmen: Verwendung von Zylindern mit bruchfesten Materialien und Designs, die das Abbrechen oder Herausziehen des Zylinderkerns erschweren. Ein zusätzlicher Kernziehschutz verhindert, dass der Zylinder frei zugänglich ist.

      5. Drilling: Das Aufbohren von Schlössern

      • Technik: Bei dieser Methode wird ein Bohrer verwendet, um den Schließzylinder zu zerstören.
      • Erweiterte Schutzmaßnahmen: Einsatz von Bohrschutzplatten und Zylindern aus gehärtetem Stahl. Einige Schlösser verfügen über zusätzliche Sicherheitsstifte, die bei Bohrversuchen blockieren. Elektronische Türschlösser bieten häufig keine Angriffspunkte für diese Methode.

      6. Öffnungskarten, Öffnungsnadeln und Türfallengleiter

      • Technik: Diese Werkzeuge manipulieren mechanisch die Türfalle, sodass die Tür nicht wie gewohnt schließt.
      • Erweiterte Schutzmaßnahmen: Schließzylinder mit speziellen Fallen gegen solche Manipulationen und Schließsysteme mit automatischen Verriegelungen und entsprechenden Sensoren.

      7. Türspion-Öffnung: Lock-Off

      • Technik: Beim Lock-Off wird versucht, über den Türspion das Schloss zu manipulieren.
      • Erweiterte Schutzmaßnahmen: Türspione mit Abdeckungen, die eine Manipulation verhindern.

           

          Jedes elektronische Schloss, das wir entwickeln, ist ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Sicherheit.

          Norbert Voß

          Gruppenleiter Entwicklung Mechanik, SimonsVoss

          Elektronische Schließtechnologien: Erhöhter Schutz gegen Manipulation

          Elektronische Schließsysteme bieten eine Reihe von Vorteilen, die Schlossmanipulation verhindern. In dieser neuen Ära der Sicherheitstechnologie stehen die Schlossknacker vor nahezu unüberwindbaren Herausforderungen.

          • Kein physischer Schlüssel
            Neben der Eliminierung der Risiken durch Impressioning und Key Bumping reduziert das Fehlen eines physischen Schlüssels auch das Risiko von Schlüsselverlust oder -diebstahl. Elektronische Schlüssel können bei Bedarf schnell deaktiviert werden, wodurch die Sicherheit bei Schlüsselverlust sofort wiederhergestellt wird.
          • Komplexe Authentifizierung
            Die Kombination aus PIN-Code, Zugangskarte und biometrischer Authentifizierung bietet eine mehrschichtige Sicherheit. Jede dieser Methoden hat ihre eigenen Stärken und bietet zusammen ein hohes Maß an Schutz vor unbefugtem Zugriff. Biometrische Systeme wie Fingerabdruck- oder Gesichtserkennung sind besonders effektiv, da sie einzigartige persönliche Merkmale nutzen, die nur schwer zu duplizieren sind.

          • Zugangskontrolle und Protokollierung
            Elektronische Systeme ermöglichen eine detaillierte Überwachung und Aufzeichnung von Zugangsaktivitäten. Sie können via Türzustandsüberwachung feststellen, wer, wann und wie oft Zutritt zu einem Bereich hatte. Dies ist besonders nützlich für die Überwachung sensibler Bereiche und kann bei Sicherheitsuntersuchungen entscheidende Informationen liefern.

          • Anpassungsfähigkeit
            Elektronische Schließsysteme sind hochgradig anpassungsfähig. Zutrittsberechtigungen können leicht geändert werden, ohne dass physische Schlüssel ausgetauscht werden müssen. Dies ist besonders nützlich in Umgebungen, in denen der Zugang häufig geändert werden muss, wie in Bürogebäuden oder bei Personalwechsel.

          • Integration in vernetzte Sicherheitssysteme
            Die Möglichkeit, elektronische Schließsysteme in größere Sicherheitssysteme zu integrieren, ist ein bedeutender Vorteil. Sie können mit Alarmanlagen, Überwachungskameras, Brandmeldesystemen und anderen Sicherheitsvorkehrungen verbunden werden, um ein ganzheitliches Sicherheitskonzept zu schaffen. Dies ermöglicht eine zentralisierte Steuerung und Überwachung aller Sicherheitsaspekte eines Gebäudes oder einer Anlage.

          • Fernzugriff und -verwaltung
            Viele elektronische Schließsysteme ermöglichen die Fernverwaltung, was bedeutet, dass Zugangsberechtigungen von jedem Ort aus aktualisiert werden können. Dies bietet eine enorme Flexibilität und Effizienz für Sicherheitsmanager, die nicht vor Ort sein müssen, um Änderungen vorzunehmen oder auf Sicherheitsvorfälle zu reagieren.

          • Benutzerfreundlichkeit
            Elektronische Schließsysteme sind oft benutzerfreundlicher als traditionelle Schlösser. Sie können mit benutzerfreundlichen Schnittstellen ausgestattet sein, die es den Nutzern leicht machen, ihre eigenen Sicherheitseinstellungen zu verwalten. 

           

          Insgesamt bieten elektronische Schließsysteme einen vielschichtigen und integrierten Ansatz für die Gebäudesicherheit. Sie ermöglichen eine effiziente Zutrittskontrolle und -verwaltung und sind damit die ideale Wahl für Unternehmen und Institutionen, Smart Homes und viele andere Anwendungen.

          Maßnahmen zur Vorbeugung von Einbrüchen

          Ein mehrschichtiger Ansatz zur Sicherheit ist immer am effektivsten. Die folgenden Strategien ergänzen einander und tragen dazu bei, das Risiko von Einbrüchen zu verringern.

           

          Hochwertige Schlösser verwenden: Schwieriger zu knacken als einfache Modelle.

          Die Verwendung hochwertiger Schlösser ist die erste Verteidigungslinie. Solche Schlösser sind oft mit fortschrittlichen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet, wodurch sie deutlich schwieriger zu manipulieren sind als Standardmodelle.

           

          Schlösser regelmäßig ändern: Besonders bei Verdacht auf Manipulation.

          Das regelmäßige Ändern von Schlössern ist eine weitere wichtige Präventivmaßnahme, insbesondere wenn es Anzeichen für eine mögliche Manipulation gibt. Gerade nach einem Einbruchsversuch, einem Schlüsselverlust oder bei einem Wechsel von Bewohnern oder Mitarbeitern sollten Schlösser ausgetauscht oder umprogrammiert werden. Diese Praxis hilft, die Sicherheit kontinuierlich auf dem neuesten Stand zu halten und potenzielle Schwachstellen zu beseitigen.

           

          Sicherheitsvorkehrungen installieren: Alarmanlagen und Überwachungskameras als Abschreckung.

          Alarmanlagen können Einbrecher abschrecken und bei einem Einbruchsversuch sofort Alarm auslösen, was sowohl die Bewohner als auch die Sicherheitsdienste schnell informiert. Überwachungskameras dienen nicht nur der Abschreckung, sondern können auch wertvolle Beweise im Falle eines Einbruchs liefern. Die sichtbare Anwesenheit von Sicherheitskameras kann potenzielle Einbrecher davon abhalten, einen Einbruchsversuch zu unternehmen.

           

          Fazit: Elektronische Lösungen gegen Schlossknacker auf dem Vormarsch

          Elektronische Schließsysteme heben die Gebäudesicherheit auf ein neues Niveau. Sie sind resistenter gegen physische Angriffe und Schlossknackermethoden wie Lockpicking oder Impressioning. Zugleich bietet der Verzicht auf Schlüssellöcher Schutz gegen viele weitere Manipulationstechniken. 

          Sie ermöglichen eine nahtlose Integration in Überwachungssysteme und Hausautomation und erhöhen den Komfort im Sicherheitsmanagement. Fernüberwachung und -steuerung bieten eine zusätzliche Ebene der Sicherheit und Kontrolle.

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