Aufzüge sind eine direkte Verbindung zwischen Etagen, aber auch ein potenzieller Zutrittspunkt für Unbefugte. Das Bewusstsein für die Sicherung von Aufzügen ist jedoch oft geringer als für Türen. Eine sichere Zugangskontrolle für Aufzüge muss in der Lage sein, Etagenzutritte zu steuern und im Idealfall nachvollziehbar machen zu können.
Aufzüge übernehmen in modernen Gebäuden eine Schlüsselrolle. Sie verbinden Empfang, Parkebenen, Büroflächen, Wohnbereiche und Technikbereiche schnell und komfortabel. Da sie stark frequentiert sind und unterschiedliche Nutzergruppen zusammenbringen, werden sie sicherheitstechnisch schnell zur Schwachstelle. Selbst wenn der Haupteingang kontrolliert wird, kann ein Aufzug ohne Zutrittslogik dazu führen, dass Personen Etagen erreichen, für die sie keine Berechtigung haben, beispielsweise durch einfaches Zusteigen und Mitfahren. Noch schwieriger wird die Kontrolle, wenn Büros und Wohnetagen die gleichen Aufzüge nutzen.
Die Aufzug-Zugangskontrolle adressiert genau diese Schwachstellen und lässt sich so gestalten, dass sie den Alltag nicht erschwert, sondern im Idealfall sogar Prozesse vereinfacht.
Was macht die Zugangskontrolle für Aufzüge?
Die Aufzugskontrolle bezeichnet die Kombination aus Hardware (z.B. Leser, Relais, Steuerkomponenten) und Software, mit der der Zugang gesteuert wird. Sie entscheidet, wer einen Aufzug rufen darf und welche Etagen freigegeben sind. Nutzer identifizieren sich per Transponder, Karte oder durch andere Identmedien. Das System prüft die Berechtigung und schaltet die Nutzung der zuvor definierten Bereiche frei.
Anforderungen und Ziele einer Zugangskontrolle für Aufzüge
In der Praxis gibt es einige typische Einsatzszenarien:
► Schutz vor unbefugtem Zugang
Die Kernaufgabe ist die verlässliche Trennung von berechtigten und unberechtigten Personen. Je nach Objekt bedeutet das, dass der Aufzug grundsätzlich gesperrt ist und erst nach Identifikation freigegeben wird. Alternativ werden nur bestimmte Etagen freigeschaltet, andere bleiben stets geschützt. Damit wird verhindert, dass Personen allein durch den Zutritt zur Lobby auch andere Etagen erreichen können.
► Steuerung und Verwaltung von Nutzerrechten
Gebäude sind dynamische Umgebungen. Mitarbeiter kommen neu dazu oder wechseln in andere Abteilungen, Dienstleister brauchen temporär Zutritt, Besucher benötigen kurzfristige Freigaben. Eine moderne Lösung muss Berechtigungen detailliert und schnell abbilden können, etwa durch Etagenzuweisung nach Rolle (Verwaltung, Technik, Lager, Mieterbereiche), zeitlich abgestufte Zugänge (Bürozeiten, Schichtbetrieb) und Berechtigungen für Gäste oder externe Firmen. Rechte müssen im System abgebildet werden, damit Änderungen nachvollziehbar und zügig umsetzbar sind.
► Erhöhung der Gebäudesicherheit insgesamt
Der Aufzug ist selten ein isoliertes System. Eine gute Aufzugkontrolle erhöht die Sicherheit im ganzen Gebäude, weil sie unbefugte Bewegungen reduziert, Arbeitsbereiche besser abschirmt und sensible Zonen wie IT, Archiv oder Lager schützt. Wenn Aufzug, Türen und klare Abläufe im Alltag zusammenpassen, entsteht ein durchgängiges Sicherheitsniveau statt einzelner Insellösungen.
► Kontrolle der Personenströme und Effizienz
Gerade in stark frequentierten, großen Gebäuden spielt Effizienz eine große Rolle. Die Zugangskontrolle für Aufzüge ordnet die Nutzung, weil sie eindeutig festlegt, wer welche Etagen nutzen darf, Besucher gezielter führt und damit den Verwaltungsaufwand reduziert. Sind die Abläufe gut gestaltet, lassen sich außerdem Warteschlangen an neuralgischen Punkten vermeiden.
SimonsVoss SmartRelais: Die digitale Schalt- und Steuerzentrale für Aufzüge
SimonsVoss SmartRelais sind elektronische Steuereinheiten, die technische Anlagen nur nach erfolgreicher Identifikation freigeben, etwa Schranken, Tore, Motorschlösser oder eben Aufzüge. Nutzer authentifizieren sich mit berechtigten Identmedien, wie Transpondern oder Karten. Das SmartRelais übernimmt dann die sichere Freigabe und kann je nach Variante auch Daten in virtuellen Netzwerken übertragen.
In der Praxis ergibt das drei mögliche Varianten:
- Innenlösung: SmartRelais 1 oder 2 in der Kabine, Identifikation im Aufzug → Fahrt möglich.
- Außenlösung: SmartRelais 1 oder 2 vor dem Aufzug, Identifikation in der Lobby → Fahrt möglich.
- Etagenlösung: SmartRelais 3 Advanced + SmartOutput-Modul (SOM) Identifikation → nur freigegebene Stockwerke anwählbar
Zielgruppen für die Zugangskontrolle bei Aufzügen
Aufzug-Zugangskontrolle ist überall dort sinnvoll, wo viele Menschen im Gebäude unterwegs sind oder Bereiche klar voneinander getrennt werden müssen. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Nutzung deutlich.
► Mehrparteienhäuser
In Wohnobjekten steht der Schutz der Bewohner im Vordergrund. Ziel ist es, Fremdzutritte zu reduzieren und Wohnetagen angemessen zu sichern. Deshalb werden unterschiedliche Zutrittsberechtigungen je Wohnung oder Mieteinheit, eine klare Trennung von Keller-, Technik- und Garagenbereichen gegenüber den Wohnetagen sowie eine ruhige, leicht verständliche Nutzerführung ohne komplizierte Abläufe benötigt.
► Gemischt genutzte Gebäude
Wenn Wohnen, Arbeiten, Hotel, Gastro oder öffentliche Bereiche kombiniert werden, ist eine differenzierte Zugangskontrolle fast zwingend erforderlich. Typisch sind getrennte Aufzug- und Etagenrechte je Nutzungseinheit, eine saubere Zonierung zwischen öffentlichen, privaten und betrieblichen Bereichen sowie eine flexible Verwaltung, weil Nutzergruppen häufig wechseln.
► Büro- & Gewerbegebäude
Hier trifft Besucherverkehr auf interne Arbeitsbereiche. Besonders wichtig ist die Restriktion von Etagen mit sensiblen Daten, Abteilungen oder Backoffice-Zonen. Typisch sind daher ein strukturiertes Besuchermanagement mit zeitlich begrenzten Rechten, Mitarbeiterzugänge nach Rolle, Abteilung oder Standort sowie der gezielte Schutz von Technik- und IT-Bereichen, Archiv, Lager und Personalzonen.
► Gebäude mit hoher Besucherfrequenz
In stark frequentierten Objekten wie Event-, Messe-, Gesundheits- oder Verwaltungsgebäuden müssen Sicherheit und Komfort gleichzeitig funktionieren. Typisch sind klare Prozesse, die Warteschlangen vermeiden, Rechte für temporäre Nutzer wie Besucher, Lieferanten oder externe Firmen sowie transparente Regeln, damit keine provisorischen Nebenlösungen entstehen.
Praxisbeispiel: Motorworld München
In der Motorworld (seit 2021 in Freimann) setzt die Betreibergruppe bei der Zutrittssteuerung auf digitale Schließtechnik von SimonsVoss, um hohe Sachwerte zu schützen und gleichzeitig flexible, komfortable Abläufe für Mieter, deren Teams sowie Gäste zu ermöglichen. In einer solchen Umgebung treffen typischerweise viele Nutzergruppen aufeinander: Besucher, Eventgäste, Mitarbeitende, Lieferanten, Dienstleister und viele mehr. Gleichzeitig gibt es Bereiche mit sehr unterschiedlichem Schutzbedarf, von öffentlich zugänglichen Flächen bis zu internen Betriebs- und Technikzonen.
Im Einsatz sind unter anderem rund 600 digitale Zylinder (System 3060), 700 Transponder, SmartHandle AX und rund 30 SmartRelais. Die SmartRelais 3 Advanced fungieren dabei als Schalt- und Steuerzentralen für die Datenübertragung im virtuellen Netzwerk, sodass Mieter mit einem Transponder sowohl ins Gebäude gelangen als auch gezielt Bereiche wie ihre Glasboxen ansteuern können. Über SmartOutput-Module lassen sich zudem weitere Funktionen integrieren, etwa die Aufzugssteuerung, die Briefkastenanlage oder die Glasboxen.
Vorteile und Nutzen einer durchdachten Aufzug-Zugangskontrolle
Eine Zugangskontrolle für Aufzüge zahlt sich vor allem dann aus, wenn sie in ein stimmiges Gesamtkonzept eingebettet ist. Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- Erhöhte Sicherheit für Personen und Sachwerte: Unbefugte gelangen nicht in Etagen mit höherem Schutzbedarf. Das reduziert Risiken wie Diebstahl, Vandalismus oder unerwünschte Begegnungen in sensiblen Bereichen.
- Flexibilität und Komfort für Nutzer: Moderne Systeme ermöglichen schnelle, intuitive Identifikation, ohne die typischen Probleme klassischer Schlüssel (Verlust, Kopieren, aufwendige Schlüsselausgabe).
Effiziente Verwaltung von Nutzerrechten: Etagenrechte und Zeitprofile lassen sich gezielt vergeben und anpassen. Das wird besonders relevant bei Immobilien mit vielen unterschiedlichen Nutzergruppen, Wechseln und temporären Berechtigungen. - Beitrag zu ganzheitlichem Sicherheits- und Facility-Management: Die Aufzugsteuerung wird Teil eines übergreifenden Ansatzes, bei dem Zutritt, Betrieb und Sicherheit in einem Gesamtkonzept zusammenlaufen.
So gelingt die sichere Zugangskontrolle für Aufzüge
Eine funktionierende Zugangskontrolle für Aufzüge ist ein zentraler Baustein moderner Gebäudesicherheit. Denn der Aufzug entscheidet in vielen Objekten über die Sicherheit, und viel zu oft wird die Zugangskontrolle dem Zufall überlassen. Wer hier sauber plant, reduziert Risiken deutlich, ohne den Gebäudebetrieb zu verkomplizieren.
Planen Sie den Aufzug nicht isoliert, sondern als Element im Gesamtsystem! Zutritt an Außen- und Innentüren, Zonenlogik pro Etage, Besuchermanagement und klare Prozesse für Dienstleister gehören zusammen. So entsteht ein konsistentes Sicherheitsniveau statt einzelner Insellösungen. Entscheidend ist, dass Ihre Aufzug-Zutrittslogik zu Ihrem Alltag passt, von einfachen Freigaben bis zu differenzierten Etagenberechtigungen. Klare Zuständigkeiten und definierte Prozesse verhindern Sicherheitslücken, die sich sonst einschleichen.
Interessieren Sie sich für eine Zutrittskontrolle für Ihre Aufzüge? Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir unterstützen Sie gerne bei der Auswahl und Umsetzung einer passenden Lösung von SimonsVoss.