Der Dienstleistungsbetrieb Dreieich und Neu-Isenburg (DLB) verwaltet kommunale Gebäude und technische Anlagen in zwei Stadtgebieten im hessischen Landkreis Offenbach. Seit 2022 sorgen Schließlösungen von SimonsVoss für mehr Sicherheit bei der Vergabe von Zutrittsrechten und die einfache Einbindung neuer Standorte.
Der DLB Dreieich und Neu-Isenburg AöR übernimmt zahlreiche kommunale Aufgaben für rund 84.000 Einwohner. Rund 230 Mitarbeitende kümmern sich um Abfallbeseitigung, Stadtentwässerung, Grünanlagen, Spielplätze, Sportgelände, Straßenreinigung, Verkehrssicherung und Winterdienst. Entsprechend weit verteilt sind auch die Gebäude und Anlagen des kommunalen Dienstleisters. Neben Verwaltungsräumen und Betriebshöfen gehören zahlreiche Standorte zum Liegenschaftsnetz, darunter Werkstätten, Außenpumpstationen, Parkflächen, Trafostationen, Schaltschränke und natürlich Türen, Tore und Schranken.
Die Schließorganisation umfasst zwölf Fachbereiche mit insgesamt rund 250 Zutrittsberechtigten. Eine klassische mechanische Schließanlage wird unter solchen Voraussetzungen schnell unübersichtlich. Geht ein Schlüssel verloren, kann er nicht einfach deaktiviert werden. Verlässt jemand den Betrieb oder wird versetzt, entsteht zusätzlicher Verwaltungsaufwand. Im schlimmsten Fall bleiben nicht dokumentierte Schlüssel oder Kopien im Umlauf. Elektronische Lösungen sind hier im Vorteil, da sie sowohl unterschiedliche Türsituationen berücksichtigen als auch eine einheitliche Verwaltung ermöglichen.
Zutrittsrechte passend zu Aufgabe und Verantwortung
Die Schließorganisation des DLB orientiert sich an den betrieblichen Zuständigkeiten. Mitarbeitende aus der Stadtentwässerung benötigen andere Zugänge als Beschäftigte der Grünanlagenpflege, der Straßeninstandhaltung oder der Verwaltung. Statt Schlüssel nach einem starren mechanischen Schließplan auszugeben, lassen sich Zutrittsrechte heute gezielt nach Funktion vergeben. Technische Abteilungsleitungen können beispielsweise weitreichende Berechtigungen erhalten, ohne automatisch auf besonders geschützte Verwaltungsbereiche zugreifen zu dürfen.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Trennung von Schließmedium und Berechtigung. Ein digitales Identmedium erhält seinen Wert erst durch die im System hinterlegten Rechte. Ändert sich die Aufgabe einer Person, werden diese Rechte angepasst. Das Medium selbst kann weiterverwendet werden. Auch der Verlust eines Schließmediums führt nicht mehr zwangsläufig zu einem Austausch von Zylindern. Das betroffene Medium wird gesperrt und ersetzt. Alle übrigen Zutritte bleiben bestehen.
Wie funktionieren Zutrittsberechtigungen?
In einem elektronischen Schließsystem können Zutrittsberechtigungen individuell vergeben und entzogen werden. Ein Berechtigungskonzept legt fest, welche Personen oder Funktionen auf welche Räume und Anlagen zugreifen dürfen. Gute Konzepte orientieren sich nicht an vorhandenen Schlüsseln, sondern an tatsächlichen Aufgaben, Zuständigkeiten und Sicherheitsanforderungen
Vom einzelnen Knaufzylinder zum umfassenden System
Die Zusammenarbeit zwischen dem DLB und SimonsVoss begann 2022 mit einer konkreten Türsituation: Eine Schlupftür in einem Sektionaltor sollte mit digitaler Schließtechnik ausgestattet werden. Wegen der begrenzten Platzverhältnisse kam ein kompakter Knaufzylinder aus dem System 3060 zum Einsatz. Aus dieser Einzellösung entwickelte sich nach und nach ein größeres Zutrittskonzept. Dabei wurde nicht versucht, sämtliche mechanischen Schließungen auf einmal zu ersetzen. Neue Komponenten kamen dort hinzu, wo sie einen konkreten betrieblichen Vorteil boten.
Dieser schrittweise Ausbau passte zur Struktur des DLB. Die Verantwortlichen konnten Erfahrungen im laufenden Betrieb sammeln und die Technik anschließend auf weitere Anwendungen übertragen. Das Ergebnis ist keine Anlage, bei der überall derselbe Zylindertyp verbaut wurde. Vielmehr kombiniert der DLB verschiedene Schließtechnologien innerhalb einer gemeinsamen organisatorischen Struktur. Die Schließlösung ist so vielseitig wie ihre Benutzer.
Digitale und mechatronische Schließtechnik im kombinierten Einsatz
In Verwaltungsgebäuden und auf den Betriebshöfen setzt der DLB den Digitalzylinder AX ein. Elektronische Knaufzylinder eignen sich dort für viele klassische Türsituationen und ermöglichen eine komfortable Nutzung mit digitalen Schließmedien.
An technischen Anlagen und besonderen Einbauorten gelten jedoch andere Anforderungen. Hier kommt die mechatronische Schließanlage FORTLOX Series zum Einsatz. FORTLOX Cylinder besitzen keinen außenliegenden elektronischen Knauf und benötigen keine Batterie im Zylinder. Die für den Öffnungsvorgang notwendige Energie wird über den FORTLOX Key bereitgestellt. Bedienung und Erscheinungsbild bleiben dadurch nah an einem mechanischen Schlüssel-Zylinder-System. Das ist insbesondere dort hilfreich, wo digitale Knaufzylinder aufgrund der Bauform nicht geeignet sind. Gleichzeitig lassen sich die Zutrittsrechte elektronisch verwalten und Schließvorgänge nachvollziehen.
Die FORTLOX-Anwendungsfälle des DLB lassen sich in drei Gruppen zusammenfassen:
- Technische Infrastruktur: beispielsweise Außenpumpstationen, Trafostationen sowie Zähler- und EDV-Schränke
- Zufahrten und Außenanlagen: darunter Tore, Schranken, Polleranlagen und Parkflächen
- Sondertüren und spezielle Einbausituationen: überall dort, wo klassische digitale Knaufzylinder nicht passen
Insgesamt umfasst das Projekt rund 500 FORTLOX-Schließungen. Damit kann der DLB auch weit verteilte und baulich sehr unterschiedliche Anlagen in sein Zutrittskonzept einbeziehen. Der wesentliche Vorteil liegt nicht allein in der Zahl der installierten Komponenten. Entscheidend ist, dass die Technik passend zum jeweiligen Einsatzort ausgewählt werden kann.
Verwaltung mit LSM 3.6 in eigener Verantwortung
Mit zunehmender Größe der Anlage stiegen auch die Anforderungen an die Software. Der DLB begann zunächst mit einer Einzelplatzlösung auf Basis von AXM. Für die weitere Entwicklung wurde ein serverbasiertes System vor Ort benötigt. Heute verwaltet der DLB seine Schließanlage mit LSM 3.6 innerhalb der eigenen IT-Infrastruktur. Berechtigungen, Schließmedien und neue Schließpunkte können dadurch intern organisiert werden.
Die verantwortlichen Mitarbeitenden wurden für die Verwaltung und Programmierung des Systems geschult. Damit bleibt der DLB bei vielen alltäglichen Änderungen handlungsfähig, ohne jedes Mal einen externen Dienstleister beauftragen zu müssen.
Zu den zentralen Aufgaben gehören:
- neue Personen und Schließmedien anlegen
- Zutrittsrechte ändern oder entziehen
- verlorene Medien sperren
- weitere Schließpunkte integrieren
- Updates, Backups und Wartungsabläufe organisieren
Gerade für einen kommunalen Betreiber mit zahlreichen Standorten ist diese Eigenständigkeit wichtig. Änderungen lassen sich dort anstoßen, wo die organisatorische Verantwortung liegt.
Dass wir in unserem verzweigten Liegenschaftsnetz so flexibel mit den digitalen bzw. mechatronischen Systemen von SimonsVoss arbeiten können, ist für uns das größte Plus. Damit sind wir auch in der Lage, künftig notwendig werdende Erweiterungen problemlos umzusetzen.
Was sich im Arbeitsalltag konkret verändert
Der Nutzen der Lösung zeigt sich vor allem dann, wenn etwas nicht nach Plan läuft oder sich organisatorische Abläufe ändern.
- Geht ein Schließmedium verloren, kann es gezielt gesperrt werden. Die übrige Anlage bleibt davon unberührt. Es müssen weder ganze Gebäudebereiche neu ausgestattet noch zahlreiche Ersatzschlüssel verteilt werden.
- Wechselt ein Mitarbeitender in einen anderen Fachbereich, lassen sich bestehende Rechte entfernen und neue Berechtigungen ergänzen. Die Zutrittsorganisation folgt damit der tatsächlichen Aufgabe.
- Benötigt eine externe Fachfirma Zugang zu einer Pumpstation oder technischen Anlage, kann die Berechtigung auf den erforderlichen Bereich begrenzt werden. Ein weitreichender Generalschlüssel ist nicht notwendig.
- Nachrüstungen lassen sich strukturiert umsetzen. Kommt ein neuer Standort hinzu, wird dieser in das vorhandene System integriert. Die bisherige Berechtigungslogik kann weiterverwendet und bei Bedarf ergänzt werden.
- So unterstützt die Schließtechnik nicht nur die Sicherheit einzelner Türen. Sie erleichtert auch Personalwechsel, Wartungseinsätze und den laufenden Ausbau des kommunalen Liegenschaftsnetzes.
Planung und Umsetzung als gemeinsame Aufgabe
Bei einer Anlage dieser Größe reicht es nicht aus, Zylinder zu installieren und Schließmedien auszugeben. Zunächst muss klar sein, wer welche Bereiche betreten darf, wer Änderungen vornimmt und wie neue Anwendungen in die bestehende Struktur aufgenommen werden. Die Umsetzung erfolgte deshalb in enger Abstimmung zwischen dem DLB, SimonsVoss und dem Fachhandelspartner STS aus Waldaschaff. Technische Einbausituationen wurden ebenso berücksichtigt wie organisatorische Abläufe und die spätere Verwaltung.
Die etappenweise Einführung erwies sich dabei als sinnvoll. Erfahrungen aus den ersten Anwendungen konnten direkt in die weitere Planung einfließen. So entstand aus einer einzelnen Türlösung ein System, das heute sehr unterschiedliche kommunale Einsatzorte abdeckt.
Vielseitige Schließtechnik, ein gemeinsames Zutrittskonzept
Der DLB Dreieich und Neu-Isenburg zeigt, wie sich ein weit verzweigtes Liegenschaftsnetz flexibel absichern lässt. Entscheidend war nicht, jede Tür mit identischer Hardware auszustatten. Die Verantwortlichen wählten vielmehr für jede Anwendung die passende Schließtechnik.
Sie möchten ein verteiltes Liegenschaftsnetz sicherer und flexibler verwalten? Informieren Sie sich über digitale und mechatronische Schließlösungen von SimonsVoss oder nehmen Sie Kontakt zu unseren Experten auf.