Wie Zutrittskontrolle funktioniert: Vier Kernkomponenten im Überblick

von | 28. Januar 2026 | Technologie

Zutrittskontrollsysteme bilden das Rückgrat moderner Sicherheitskonzepte, vom Betreten des Büros bis zum Sicherheitsbereich im Flughafen. Vier Kernkomponenten entscheiden darüber, wer wann, wo und wie Zugang erhält.

In einer zunehmend vernetzten Welt ist es unerlässlich, Gebäude, Räume und sensible Bereiche gezielt gegen unbefugten Zutritt zu schützen. Moderne Zutrittskontrollsysteme sind zuverlässig, effizient und vereinfachen die Verwaltung komplexer Schließanlagen. Diese zentralen Funktionsbausteine sind allen Lösungen gemeinsam:

  1. Identifikation
  2. Authentifizierung
  3. Autorisierung
  4. Nachvollziehbarkeit

Jede dieser Komponenten erfüllt eine klar definierte Rolle im Sicherheitskonzept. Erst das Zusammenspiel sorgt für einen lückenlosen Schutz. Aber was bewirken die einzelnen Bausteine im Detail, und wie wirken sie zusammen? 

Bürotür wird mit SmartCard von SimonsVoss geöffnet

1. Identifikation: Wer bekommt Zutritt?

Wie kann ein System wissen, wem es Zugang gewähren soll, wenn es nicht weiß, wer überhaupt vor der Tür steht? Der erste Schritt jedes Zutrittsvorgangs ist die Identifikation der Person oder des Geräts, das Zugang verlangt. Ziel ist es, eine eindeutige Identität zu erfassen, bevor weitere Prüfungen erfolgen.

► Typische Identifikationsmethoden: 

Was bedeutet Identifikation in der Zutrittskontrolle?

Identifikation bezeichnet den Vorgang, bei dem eine Person dem System ihre Identität übermittelt , etwa durch das Vorhalten eines Identifikationsmediums oder die Eingabe eines PIN-Codes.

2. Authentifizierung: Ist die Identität echt?

Nach der Identifikation folgt die Überprüfung: Gehört die angegebene Identität wirklich zur Person vor dem Terminal? Dieser Schritt verhindert Identitätsmissbrauch und schützt vor unbefugtem Zutritt durch den Missbrauch gestohlener Zugangsdaten.

► Authentifizierungsfaktoren nach dem Drei-Faktoren-Modell:

  • Wissen: Etwas, das nur die berechtigte Person weiß (z.B. PIN)
  • Besitz: Etwas, das nur sie besitzt (z.B. Chipkarte)
  • Sein: Etwas, das sie ist (z.B. Fingerabdruck)

Erläuterung zum Drei-Faktoren-Modell

Das Drei-Faktoren-Modell beschreibt drei grundsätzliche Möglichkeiten, wie  die Identität einer Person überprüft werden kann. Alle gängigen Authentifizierungsverfahren lassen sich einem dieser Faktoren zuordnen.

Durch die Kombination mehrerer Faktoren lassen sich Sicherheitsrisiken minimieren , die bei Einzelverfahren entstehen. Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) ist heute Standard in Bereichen mit erhöhtem Sicherheitsbedarf, z.B. Rechenzentren, Laboren oder Archiven.

Mitarbeiter im Serverraum

 

3. Autorisierung: Was darf die Person?

Während Identifikation und Authentifizierung klären, wer vor dem Zugangspunkt steht, beantwortet die Autorisierung die Frage: Was darf diese Person? Das System prüft, ob für die identifizierte und verifizierte Person eine Zutrittsberechtigung zum angefragten Bereich besteht und unter welchen Bedingungen.

► Typische Kriterien für die Autorisierung:

  • Rollenbasierte Berechtigungen (z.B. Mitarbeitende der IT-Abteilung dürfen Serverräume betreten)
  • Zeitbeschränkte Berechtigungen (z.B. Zutritt nur werktags zwischen 8 und 18 Uhr)
  • Standortgebundene Berechtigungen (z.B. nur für Gebäude A, nicht für Gebäude B)

In modernen Zutrittsmanagementsystemen werden Berechtigungen dynamisch vergeben. Anstatt statische „Generalschlüssel“ oder feste Berechtigungen zu vergeben, reagieren diese Systeme in Echtzeit auf den Kontext der Nutzer.

► Vorteile dynamischer Rechtevergabe

  • Schnelle Anpassung bei Personalwechsel oder Abteilungswechsel
  • Temporäre Berechtigungen für externe Dienstleister
  • Standortübergreifende Verwaltung über Cloud-Plattformen
  • Reduzierung von Sicherheitsrisiken durch begrenzte Rechte

    Unterschied zwischen Authentifizierung und Autorisierung

    Während die Authentifizierung sicherstellt, dass eine Person tatsächlich diejenige ist, für die sie sich ausgibt, legt die Autorisierung fest, welche Aktionen diese Person im System durchführen darf. Sie bestimmt also, welche Türen geöffnet werden dürfen.

     

    4. Nachvollziehbarkeit: Wer war wann wo?

    Eine lückenlose Zutrittskontrolle endet nicht mit dem Türöffnen. Moderne Systeme protokollieren sämtliche Zutrittsversuche, egal ob erfolgreich oder abgewiesen. So entsteht eine vollständige Nachvollziehbarkeit aller Vorgänge, was für Sicherheitsmanagement, Audits und forensische Analysen unerlässlich ist.

    ► Was wird typischerweise protokolliert?

    • Zeitpunkt und Ort des Zutrittsversuchs
    • Verwendetes Identifikationsmedium
    • Erfolg oder Ablehnung der Zutrittsanfrage
    • Besonderheiten wie Zwei-Faktor-Anmeldung

      Datenschutz nicht vergessen

      Die Protokollierung personenbezogener Daten unterliegt strengen gesetzlichen Anforderungen. Unternehmen müssen sicherstellen, dass gespeicherte Zutrittsdaten DSGVO-konform verarbeitet und aufbewahrt werden.

      Vergleich der 3 Typen von Zutrittskontrolle

      Zusammenspiel der vier Komponenten in einem System

      Die vier Kernfunktionen eines Zutrittskontrollsystems entfalten ihre volle Wirkung erst im Zusammenspiel. Nur wenn jeder Schritt präzise auf den vorherigen aufbaut, entsteht ein sicherer und nachvollziehbarer Zugangsvorgang.

      ► So funktioniert ein typischer Zutrittsvorgang im Zusammenspiel:

      1. Identifikation: Eine Person nutzt ein Identmedium für die Zutrittsanfrage. z.B.:  Sie hält ihre Zutrittskarte an das Lesegerät.
      2. Authentifizierung: Das System liest das Identmedium aus und prüft, ob  der Besitzer berechtigt ist.
      3. Autorisierung: Das System entscheidet, ob die Person zur aktuellen Zeit Zugang zum gewünschten Bereich hat.
      4. Nachvollziehbarkeit: Der Vorgang wird im Hintergrund protokolliert, inklusive Datum, Uhrzeit und Ergebnis.

      SimonsVoss bietet mit dem System 3060 eine umfassende Lösung für elektronische Schließsysteme mit Komponenten wie digitale Zylinder und Türbeschläge sowie Identmedien wie Transponder und Karten sowie die zugehörige Steuerungssoftware. Alle Komponenten von SimonsVoss lassen sich mit Einsatz der Lösung SmartIntego nahtlos in bestehende Gebäudemanagementsysteme einbinden.

      Das Ziel: integrierte Zutrittskontrolle

      • Erhöht die Gebäudesicherheit durch automatisierte Prüfprozesse
      • Erlaubt flexible Rechtevergabe bei wechselnden Anforderungen
      • Unterstützt bei der Einhaltung von Compliance-Vorgaben
      • Ermöglicht schnelle Reaktion im Sicherheitsvorfall 

        Integrierte Zutrittskontrolle im Smart Building

        In modernen Gebäudemanagementsystemen ist die Zutrittskontrolle mit anderen Funktionen wie Videoüberwachung, Alarmmanagement oder Raumautomation verknüpft. Das schafft neue Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung und Gefahrenprävention.

        Sicherheit durch nahtlose Integration

        Effektive Zutrittskontrolle basiert nicht auf einzelnen Maßnahmen, sondern auf einem systematischen Prozess. Die vier Kernkomponenten, Identifikation, Authentifizierung, Autorisierung und Nachvollziehbarkeit greifen nahtlos ineinander und bilden das Fundament für intelligente Sicherheitsarchitektur. Besonders im Kontext von Smart Buildings und Remote Access gewinnen sie weiter an Bedeutung. Denn nur wer flexibel, sicher und nachvollziehbar steuert, wer, wann, wo hinein darf, kann moderne Gebäude effizient betreiben und wirksam schützen.

        Sie möchten mehr über intelligente Zutrittskontrolle und digitale Schließsysteme erfahren?